1. Feedback zum gov camp 2011 von @tlangkabel


Thomas Langkabel, selbst Mitglied im open government Netzwerk und in der “Aktionsplattform opendataberlin”  findet Ihr hier :

http://www.gov20.de/open-government-camp-2011-%E2%80%93-ein-personliches-fazit/

Wikimedia zum Start des Portals #opendataberlin


Einer derjenigen, die das Projekt Offene Daten auch im Rahmen der Aktionsplattform opendataberlin inhaltlich, aber auch mit stetigem Engagement begleiten, ist Sebastian Sooth, vielen bekannt durch seine Co-working Aktivitäten nicht nur in Berlin. Ebenfalls seit Jahren ein Schwerpunktthema seiner Arbeit ist die Entwicklung von Mitsprache und Teilhabe an politischen Meinungsbildungsprozessen. Seit 2011 ist er Projektmanager bei Wikimedia und auch in dieser Funktion ein aufmerksamer, kritischer und kollegialer Mitstreiter. An der Stelle mal ganz explizit ein DANKESCHÖN für die Unterstützung und hier sein Beitrag zum heutigen Start des Portals.

http://blog.wikimedia.de/2011/09/14/berliner-open-data-portal-gestartet-berlin-gibt-daten-frei/

#Berlin has launched the first #opendata portal for a german city! daten.berlin.de


Als erstes Bundesland hat Berlin heute sein digitales opendata Portal gestartet. Damit ist die technische und organisatorische Basis geschaffen, damit Verwaltung, Unternehmen, Organisationen ab sofort gemeinsam das Portal füllen und an der Professionalisierung mitwirken können.

Die heute bereits aus einigen Amtsbereichen zur Verfügung gestellten Daten (Statistik, Umwelt, Geodaten, Haushalt, Wirtschaft, Verkehr, usw.) sind ab sofort über ein zentrales Datenportal bei http://daten.Berlin.de zugänglich. Damit stellt Berlin Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen, Institutionen, den Medien, der Wissenschaft, Netzaktivisten und anderen interessierten Gruppen Datenbestände des öffentlichen Sektors zur weiteren Verwendung zur Verfügung.

Berlins Bürgermeister und Senator für Wirtschaft, Technologie und Frauen Harald Wolf: „Nach der Ankündigung auf dem Berlin Open Data Day am 18. Mai http://berlin.opendataday.de/
gehen wir jetzt einen weiteren wichtigen Schritt in Sachen Transparenz und Zusammenarbeit. Dies ist ein Angebot zum Dialog und es bietet eine neue Qualität für die Teilnahme der Bürgerinnen und Bürger der Stadt. Außerdem ermöglicht es neue kommerzielle Dienste in Form von mobilen Applikationen auf der Basis staatlicher Daten.“

Staatssekretär für Inneres Ulrich Freise ( Senatsverwaltung für Inneres ) : „Die heutige Freischaltung des Berliner Datenportals schafft die Basis für offenes Verwaltungshandeln und ist damit ein wichtiger Umsetzungsschritt hin zur ‚ServiceStadt Berlin’. Bürgerinnen und Bürger werden mit dem offiziellen Zugang zu Informationen nicht nur die Möglichkeit erhalten, Entscheidungen und entscheidungsrelevante Fakten nachzuvollziehen sondern sich auch aktiv in Entscheidungsprozesse einzubringen.“ Zum Start sind - bestehend auf den ersten eingestellten Daten – einige Datenkategorien eingerichtet, andere folgen natürlich mit der Entwicklung der Datensätze.  Die Nutzer von http://daten.berlin.de dürfen die Daten für alle Zwecke verwenden, so lange nicht gegen die Nutzungsbedingungen und gegen Rechte Dritter verstoßen wird. Wo dies möglich ist, werden die Datenbestände unter die Lizenz „Creative Commons Namensnennung 3.0 Deutschland“ (CC-BY 3.0; http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de) gestellt.

Verwaltungsintern wird die “Aktionsplattform opendata berlin” in Kooperation mit Berlinonline Softwarewerkzeuge und Infoveranstaltungen anbieten, um sowohl eigene Datenbestände als auch Register zukünftig ebenfalls auf dem Datenportal einstellen zu können. Beiträge aus der Wissenschaft, von Verbänden und Unternehmen sind willkommen und können über eine spezielle Schnittstelle des Datenregisters bekannt gemacht werden. Die im Januar gegründete Aktionsplattform hatte im Januar einen Fahrplan gemacht, welche Projekte umgesetzt werden können. Zu Recht hob Prof. Schieferdecker bei der heutigen Pressekonferenz hervor, dass die Beteiligten stolz sind: denn vom sehr gut gestarteten “1. Berlin Open Data Day” bis zum heutigen Start des Portals wurde umgesetzt, was in Angriff genommen worden ist. 

Durch die Senatsverwaltungen für Wirtschaft und Inneres war es gelungen, das Portal einzubinden in die Umsetzung des ServiceStadt  Projektes „Von der öffentlichen zur offenen Verwaltung“. Die Projektleitung liegt bei der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen, Projektpartner sind die Senatsverwaltung für Inneres und Sport sowie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg. Die Realisierung erfolgt durch das Fraunhofer-Institut FOKUS (www.fokus.fraunhofer.de) sowie den Portalbetreiber BerlinOnline KG (www.berlin.de )

Die nächsten Aufgaben sind:
1. wir haben den Stammtisch erweitert und starten seit September in großer und thematischer Runde Mitstreiter in der Aktionsplattform – aus Unternehmen, Organisationen, Verwaltung – sind willkommen
2. wir gehen rein in die Themen und starten mit Themenworkshops zu einzelnen Sachgebieten wie Mobilität und Soziales, um Datenexperten, Themenexperten und natürlich wichtige Vermittler am Tisch zu haben und konkrete Projekte zu entwickeln
3. wir bieten den Berliner Verwaltungen Unterstützung und Information an, um weitere Vorbehalte abzubauen, Partner für das Projekt zu finden und natürlich: das Portal zu füllen
4. wir nutzen öffentliche Veranstaltungen und Tagungen, um für die Ziele von open government und das Projekt zu werben, so z.B. das http://www.gov20.de/open-government-camp/

Sie sind interessiert – haben Fragen – wollen mitmachen ?
Dann nehmen Sie doch Kontakt auf !

Sie erreichen die Berliner Aktionsplattform opendataberlin
Email: boddy11@senwtf.berlin.de 
Twitter: https://twitter.com/#!/D2B1 
Koordination: Juliane Witt Funk: +49 175 5272588 

Das Team der Aktionsplattform:
Ina Schieferdecker, Wolfgang Both, Freidrich Lindenberg, Daniel Dietrich, Ulrike Rockmann, Jens Best, Stefan Gehrke, Olaf Franke, Karl-Heinz Löper, Sebastian Sooth, Michael Hörz, Jens Klessmann, Sven Malte Sopha, Anke Domscheit-Berg u.v.m.  

Land Berlin startet sein opendata-Portal am 14. September


Es geht voran und das schneller, besser, und kooperativer, als uns vielleicht manche zugetraut hatten. Ein großartiges Ergebnis für unsere Aktionsplattform opendataberlin und jene, die uns in den Verwaltungen und Entscheidergremien unterstützt haben: am 14. September um 10 Uhr können wir ( wenn nicht der Strom ausfällt ) das Opendataportal Berlin starten.

Erinnern wir uns: im letzten September hatten Julia Witt ( Senatsverwaltung für Wirtschaft ) und Daniel Dietrich ( odn e.V. ) beschlossen: in Berlin wollen wir gemeinsam, transparent und jenseits von Erklärungen in Konjunktivform einfach anfangen. Im Januar “hatten wir dann einen Plan” : wir wollen weit vor dem Wahlkampf mit einem opendataday die Aktiven ermutigen, zusammen führen und die Kommunikation zwischen Politik und Verbänden befördern. Der sonnige 18. Mai,  als #boddy11 , der 1. Berlin open data day, bezeichnet, war ein voller Erfolg und es war gelungen, spannende Projekt und politische Willensbildung zu vereinen. Darüber hinaus ergaben sich neue Projektbeziehungen, zum Beispiel zu den Machern von http://www.berlin.de, sie seitdem im Boot sind – also quasi am Rechner dabei. Und das ist auch gut so – denn nun konnten wir  ( durch die gemeinsame Arbeit von Prof. Ina Schieferdecker,  Mitglied der Aktionsplattform und Projektchefin bei Frauenhofer Focus und Andreas Mängel Projektleiter des Portals bei Berlin Online ) auch praktisch vorgehen: am 6. September hatte sich der Berliner Stammtisch opendataberlin mit 25 Teilnehmerinnen versammelt, um die Beta-Fassung zu begutachten und alle Beteiligten waren erfreut: wir starten mit einem Portal, was sich sehen lassen kann. Alle Verwaltungen, die sich bislang noch nicht beteiligt haben, wollen wir dadurch ansprechen und begeistern. Aber auch Unternehmen und Organisationen sind aufgerufen, uns zu unterstützen, das Projekt zu begleiten, zu bereichern und mit Anregungen dazu beizutragen. Ein besonderer Dank geht an das Team der Senatsverwaltungen von Inneres ( Herr Löper und Herr Franke ) und natürlich an Dr. Wolfgang Both von der Senatsverwaltung für Wirtschaft und Frau Staatssekretärin Almuth Nehring-Venus.

Zum Start am 14. September sind Sie herzlich eingeladen in die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Martin-Luther-Strasse 105 im Raum 546 ( wo auch der Boddy stattfand )

An der Pressekonferenz teilnehmen werden
Senator Wolf, Staatssekretär Freise, Frau Prof. Schieferdecker und Frau Prof. Rockmann

“Aktionsplattform  opendataberlin”
Daniel Dietrich, Friedrich Lindenberg, Sebastian Sooth, Stefan Gehrke, Jens Best, Anke Domscheit-Berg, Olaf Franke, Ina Schieferdecker, Sven Malte Sopha, Michael Hörz, Jens Klessmann,
Wolfgang Both, Karl-Heinz Löper und Julia Witt
Email: boddy11@senwtf.berlin.de

 

Erste Antwort auf die opendata – Wahlprüfsteine der Digitalen Gesellschaft von der SPD


Berlin muss Deutschlands Open-Data- und Open-Government-Hauptstadt werden: Die Berliner SPD hat sich bereits in der jetzigen Legislaturperiode einer transparenten Verwaltung verschrieben (vgl. BERLINprogramm [PDF], S. 29) und sich für eine umfassende Open-Data-Strategie des Landes Berlin eingesetzt. Diese erfolgreiche Arbeit wollen wir fortsetzen und orientieren uns dabei an der kürzlich erarbeitenden Open-Data-Agenda 

Vorhandene, bereits jetzt schon öffentliche Datenquellen müssen systematisch und zügig Maschinen-lesbar erschlossen werden. Idealerweise stehen diese in Kürze sortiert und einfach zugänglich im Rahmen einer zentralen Plattform zur Verfügung, um die Nutzung zu erleichtern. Auch auf die Wahl der richtigen Lizenzen kommt es bei Open-Data an, damit die Daten auch frei weiterverarbeitet werden können.

Wir setzen uns für eine zügige und zielstrebige Fortsetzung der jetzigen, vorbildlichen Berliner Open-Data-Politik in der nächsten Legislaturperiode ein. Berlins Datenschatz muss gehoben werden!

Der Verein Digitale Gesellschaft e.V. hat uns zum Thema Open-Data darüber hinaus eine Liste an Wahlprüfsteinen zukommen lassen, die wir hier gern beantworten.

http://spd-netzpolitik.de/berlin/open-data-wahl-2011-pruefsteine

Aktionsplattform opendataberlin startet die nächsten Schritte


Am 8. Juni gab es eine sehr lebendige Auswertungs- und Diskussionsveranstaltung der “Aktionsplattform opendataberlin” in Berlin-Mitte.  Nachdem alle 13 Teilnehmer aus ihren eigenen Netzwerken in Unternehmen,  Wissenschaft und Politik ergänzten, wie der #boddy11 aufgenommen wurde und wie viel Anerkennung es auch aus anderen Städten für das Berliner Engagement gab, hielt sich der Kreis nicht lange beim “Start” auf, sondern diskutierte wie immer kurz und präzise, wie der Impuls jetzt weiter aufgenommen werden wird.

Eine Ebene bildet die weitere Arbeit mit den Berliner OPEN DATA PRINZIPIEN - unsere Berliner AGENDA,  die am 18. Mai vorgestellt wurde, hat schon weitere Unterzeichner gefunden -
wer sich dazu positionieren will, ist willkommen. Der nächste Schritt wird der gemeinsame Brief der AKTIONSPLATTFORM an den Senat, das Parlament und die netzpol. Sprecher jener Parteien sein, die sich zur Wahl stellen: wir möchten über den gestarteten Prozess informieren und einladen zum Dialog !
Dazu wird es mit jenen, die sich in den Diskussionsprozess einbringen wollen, einen AGENDA-WORKSHOP im Juli geben.  

In einer zweiten Ebene soll es darum geben, den Austausch von Projektakteuren, ihren Ideen und den Partnern dazu qualifiziert weiter zu führen. Wir zielen mit unserer Reihe OPENDATA – WERK – RAUM darauf, zu einzelnen Themen Partner an einem Tisch zu bringen, und im kleinen Kreis Wissen, Tipps, Unterstützung zu besprechen. Starten wollen wir z.Bsp. mit den Themen VERKEHR, FINANZEN & GEODATEN.

Auf dem “Open Government CAMP” am 30. September geht es dieses Jahr insbesondere um die Zusammenarbeit von Verwaltung & Zivilgesellschaft – ganz klar: da ist die AKTIONSPLATTFORM vorne mit dabei.  

Und auch dazu gibt es Übereinstimmung: Für 2012 wird der nächste #boddy12  in Aussicht genommen.
 
Paralell arbeiten die Akteure weiter an der Bereitstellung interessanter Datenbestände für die Entwicklerszene – der open-data-wettbewerb des Bundes könnte eine Basis zur Bund-Länder-Zusammenarbeit sein.
Das Ziel, bis September eine BETA-Version des Berliner Datenportals zu haben,
wird engagiert verfolgt.
W.B. & J.W.
 

Hier findet Ihr unsere “#opendata #agenda #berlin”


mit der Bitte um Hinweise, dem Angebot zur Mitzeichnung, als Option zu einem Gespräch dazu !
http://berlin.opendataday.de/agenda/

Die Frauen von “opendataberlin” im Porträt: Anke Domscheit-Berg


Im Vorfeld des Berlin Open Data Day am 18. Mai finden Sie hier in loser Reihenfolge Interviews mit den Machern und Macherinnen der Plattform “opendataberlin” -
zivilgesellschaftliche Akteure ebenso wie Vertreter aus Verwaltung und Wissenschaft.

Heute: Anke Domscheit-Berg, Gründerin des Government 2.0 Netzwerkes und selbständige Beraterin in Berlin

Julia Witt: Liebe Anke,  was ist Dein persönlicher Schwerpunkt beim Thema open data?

Anke Domscheit-Berg: Mit geht es vor allem darum, anzufangen und einfach mal zu machen, um
Erfahrungen zu sammeln und auch von Seiten der Verwaltung zu zeigen, dass der gute Wille da ist, Open Data kein Hexenwerk ist und auch nicht weh tut. Wenn man erst wartet, bis man den letzten Mitarbeiter in der Verwaltung überzeugt hat oder den letzten Buchstaben aller erdenklichen Vorschriften dreimal umgedreht hat und ein Open Data Portal plant, das eine eierlegende Wollmilchsau des Open Governments werden soll, dann ist klar, dass wir am Ende viel Zeit und Energie verbrannt aber nichts
handfestes erreicht haben. Ich plädiere daher für einen einfachen aber schnellen Anfang, mit dem was vorhanden ist oder was man schnell verfügbar machen kann. Wenn das dann am Anfang nur 50 Datensätze sind, dann ist das halt so, es wäre ein Start, von dem aus man weitermachen kann und von dem man eine Menge lernen kann. Die Technik dahinter ist ja relativ einfach aber die Prozesse sind es nicht immer, hier ist Veränderung notwendig und die erreicht man am ehesten dort, wo  Menschen sind, die Lust darauf haben und nicht da, wo die Bedenkenträger zu Hause sind. Die kann man dann später überzeugen, wenn man erste handfeste
Erfolge vorzeigen kann.

Julia Witt: Was ist Dein persönliches Motiv, Dich in der Berliner Landes-Plattform “opendataberlin”  zu engagieren?

Anke Domscheit-Berg: Ich fordere ja seit einiger Zeit lautstark mehr Transparenz in unseren Verwaltungen, aber nur etwas fordern oder Mißstände anprangern, halte ich für zu einfach. Wenn man etwas anders haben möchte, dann sollte man sich auch aktiv dafür engagieren. Ich trete auch ein für mehr Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung. Die Opendataberlin Plattform ist eine Chance für Bürgerinnen und Bürger, sich gestalterisch in Veränderungsprozesse einzubringen. Diese Chance möchte ich daher auch selbst nutzen und damit gleichzeitig dazu beitragen, die Basis dafür zu schaffen, dass sich noch mehr Bürgerinnen und Bürger informieren und an
Meinungsbildungsprozessen der Stadt beteiligen können. Dazu sind offene Daten eine Voraussetzung, daher birgt diese Platform viel Potenzial. Außerdem macht die Arbeit mit den Anderen Beteiligten großen Spaß, es ist ja eine sehr vielfältig zusammen gesetzte Gruppe “Williger” und gerade diese Vielfalt macht das Engagement spannend. Da schaut keiner auf die Uhr und spielt der berufliche Hintergrund keine Rolle, die Stimme von NGOs hat genauso viel Gewicht wie die von VertreterInnen der Verwaltung, wir reden alle auf Augenhöhe miteinander. Für mich ist genau deshalb diese Berliner Initiative beispielhaft für ein gemeinsames Engagement von Stadt und Community.

Julia Witt: Welche Erwartung verbindest Du mit dem 18.5., dem “Berlin Open Data Day”?

Anke Domscheit-Berg: Ich wünsche mir, dass durch den Berlin Open Data Day viel mehr Menschen von der Initiative erfahren und wir die “Allianz der Willigen” erheblich ausbauen können. Dazu brauchen wir vor allem mehr MitstreiterInnen aus der Verwaltung, die keine Angst vor Open Data haben, sondern die Chancen sehen und mit uns gemeinsam an der Umsetzung der Vision einer offenen Stadt Berlin arbeiten wollen. Dazu braucht es auch parteienübergreifend politische Unterstützung, weshalb es schön wäre, wenn aus allen Fraktionen des Berliner Abgeordnetenhauses VertreterInnen zum Berlin Open Data Day kommen. Last but not least wünsche ich mir, dass dort auch die Medien erleben werde, wie Kooperation auf Augenhöhe funktionieren kann und wieviel Potenzial in Open Government steckt, es werden ja einige erfolgreiche und spannende Projekte zum “Sehen und Anfassen”
dabei sein, solche Geschichten müssen auch erzählt werden. Medien haben die Rolle, Themen in der Breite zu vermitteln – auch Bürgerbeteiligung funktioniert nur, wenn die Medien mitmachen und BürgerInnen erfahren, welche Möglichkeiten der Beteiligung es gibt oder künftig geben wird. Auch Open Data macht nur Sinn, wenn bekannt ist, dass es ein solches Angebot gibt. Dazu können Medien beitragen.

Julia Witt: Wie ist die Berliner Situation mit Blick auf die anderen europäischen Städten zu bewerten?

Anke Domscheit-Berg: Berlin ist nicht in der europäischen ersten Liga was die Umsetzung von
Open Data angeht, wir stehen ja noch sehr am Anfang. Aber dennoch ist Berlin sehr weit, wenn ich grob schätzen müßte, würde ich Berlin in das oberste Drittel von europäischen Großstädten einschätzen. Einzigartig ist der Weg, den Berlin geht – mit der Interessensgruppen übergreifenden Berlin Open Data Plattform, die seit Monaten gemeinsam an dem Thema arbeitet. Das ist etwas Besonderes und die große Stärke von Berlin. In Deutschland war Berlin auch die erste Stadt (und erster Vertreter der
öffentlichen Hand insgesamt), die einen Apps Wettbewerb durchgeführt hat, und das auch noch mit großer Resonanz. Hier wurde auch einfach mal angefangen und wurde gezeigt dass es geht und dass die Menschen auch mitmachen, wenn man ihnen Angebote macht. Jetzt müssen wir die nächsten Schritte gehen, und Nägel mit Köpfen machen. Dazu brauchen wir ein Berliner Open Data Portal, das nicht nur maschinenlesbare Daten in offenen Formaten anbietet sondern vor allem auch die Drittnutzung erlaubt, ohne teure oder einschränkende Lizenzen. Solche Portale gibt es schon in einigen Städten, zum Beispiel vorbildlich in London, aber die
meisten Städte haben das auch noch nicht. Noch betreten wir also Neuland, mindestens in Deutschland. Dass sich Berlin hier mit anderen europäischen Städten vernetzt, ist eine gute Sache. Man kann immer von einander lernen.

Julia Witt: Was ist für Dich das spannendste Projekt?

Anke Domscheit-Berg: Am spannendsten finde ich den Aufbau des Open Data Portals selbst mit
Rahmenbedingungen, die wirklich vernünftig sind und eine offene Nutzung der Daten ermöglichen. Nur dann macht so ein Portal wirklich viel Sinn, dann kann es Innovationen fördern und letztlich nicht nur Bürger zufriedener machen sondern auch Arbeitsplätze in der Region schaffen und elektronische Angebote, die BürgerInnen im Alltag einen Nutzen bringen. Das können EinwohnerInnen sein aber auch Gäste der Stadt. Mit einem guten, funktionalen, innovativen Open Data Portal wäre Berlin in der Ersten Liga Europas, das wäre wunderbar und würde zu Berlin passen. Immerhin sind wir bekannt dafür, ein Standort für Kreativität und Innovation zu sein, damit könnten wir ein weiteres Fundament legen für ein Kreativitätsfeuerwerk made in Berlin, mit Strahlkraft weit über die
Grenzen der Stadt und das Land hinaus.

Anke Domscheit-Berg ist am 18. Mai dabei und hält eines der Hauptreferate.

Anke Domscheit-Berg
selbständige Beraterin zu Open Government, Initiatorin des ersten Government 2.0 Camps in Berlin August 2009, Autorin von Fach- und Buchbeiträgen sowie Referentin zu Gov 2.0, lebt in Berlin
Twitter: @anked | Xing: Anke_Domscheit

Auf dem Weg zum Berlin Open Data Day am 18. Mai – Die Macher im Interview: Dr. Wolfgang Both


1. Was ist Ihr persönlicher Schwerpunkt beim Thema Opendata ?

Mit dem verbesserten Zugang zu freiverfügbaren Datenbeständen der öffentlichen Hand verbinde ich drei Schwerpunkte:

- Transparenz des Verwaltungshandelns

- dadurch Gewinnung von Vertrauen in das Verwaltungshandeln

- neue Geschäftstätigkeit und Beschäftigung durch die Verarbeitung und Bereitstellung solcher Datenbestände

2. Was Ihr Motiv,  sich in der Plattform opendataberlin zu engagieren ?

Es ist eine gute  Plattform, sich auf informeller Ebene auszutauschen und gleichzeitig reale Projekte anzuschieben.

3. Welche Erwartung verbinden Sie mit dem 18.Mai, dem Berlin Open Data Day #boddy11?

Ich hoffe, wir können Berührungsängste und Denkblockaden abbauen und die Vorteile von Open Data sichtbar machen.

4. Wie ist die Berliner Situation im Kontext der Entwicklung des Themas in anderen europaeischen Staedten  zu bewerten ?

Mit dem OpenCities-Projekt sind wir in einem Verbund von fünf europäischen Städten. Von diesen haben Paris und Barcelona bereits eine Open-Data-Plattform im Internet eröffnet, Helsinki ist gerade bei den letzten Vorbereitungen. Wir haben zwar auch viele Daten im Netz verfügbar, aber noch nicht so sortiert und strukturiert. Das Projekt wird uns helfen, hier schneller zu einem Angebot für Bürger, Wirtschaft und Medien zu kommen.

5. Was ist für Sie das spannendste Projekt ?

Das ist wirklich schwer zu sagen, da laufen so viele spannende Sachen. Neben dem gerade genannten OpenCities-Projekt übernimmt Berlin die Leitung einer EuroCities Working Group zu Open Data. Wir schieben gerade  die Entwicklung eines strategischen Konzepts als ServiceStadtBerlin-Projekt an. Gleichzeitig entstehen Lösungen im Kleinen, die schon mal Datenwandlung und -bereitstellung proben.

Kontakt: Wolfgang.Both@senwtf.berlin.de
Er betreut im Projekt Zukunft das Thema opendata.
Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen Berlin
Aktuelle Planung: http://boddy11.wordpress.com

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