Der gute Verrat: Daniel Domscheit-Berg im Freitag


Liebe Mitstreiterinnen,

viele Debatten um Transparanz, Dominanz, Relevanz von Nachrichten sind in diesem Sommer geführt worden am Beispiel von Wikileaks. Letztlich durch die Afghanistan-Protokolle und durch die gezielte neue Zusammenarbeit mit
den Medien wie dem Spiegel in Deutschland http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,708311,00.html
am 25. Juli 2010 sind  unglaubliche viele Menschen mit dem Projekt in Kontakt gekommen, haben sich selbst eine Meinung gebildet und für viele war klar, dass es ein außergewöhnliches Engagement ist, was einige auf sich nehmen, verbunden mit kaum vorstellbaren Konsequenzen für Lebensstil und Heimatgefühl, Identität und Vertrauen.
Einen Monat lang wären zig Tausende bereit gewesen, das Projekt zu unterstützen.
Viele haben es getan, mit Geist, Engagement und Geld.

Dass fast einen Monat danach, am 21. August, beginnt der Absturz. Der charismatische Repräsentant Julian Assange steht einen Samstag lang von 10 Uhr bis abends 22 Uhr unter dem Verdacht der Vergewaltigung,
die europäische Fangemeinde ist betroffen, verfolgt auf unzähligen Blogs das Hin und Her, die Vermutung, dass
der amerikanische Geheimdienst dahinter steckt, scheint absolut glaubhaft – aber genauso auch,
dass ein heimatloser Robin Hood die mitmenschlichen Grundregeln abgelegt hat.

Seit diesem Tag, als die kleine, weltumspannende Gemeinschaft der Guten nicht in der Lage war, gegen die Öffentlichkeitsarbeit der schwedischen Boulevard Blätter geschlossen, professionell und eben
offen und ehrlich zu kommunizieren, ging es bergab.

Mit dem Interview von Daniel Domscheit-Berg am 25. September http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,719543,00.html
wurde auch deutlich wurde, dass kein Krisenmanagement mehr hilft, dass er uns Assange getrennte Wege gehen.

Der Freitag beleuchtet das Thema ausführlich, zu lesen lohnt sich alles,
http://www.freitag.de/wochenthema/1041-wichtige-whistleblowernatürlich auch der Text von Daniel –
hier eine kurze Leseprobe:

„Wikileaks hat das Whistleblowing verändert, einen Kulturwandel angestoßen und die Grenzen des Möglichen wie auch des Akzeptierten nachhaltig verschoben. Dieser Vorstoß der Zivilgesellschaft ist sehr wichtig. Er kann als Beispiel dafür dienen, was in einer global vernetzten Welt möglich ist.

Das Projekt ist so allerdings auch an seine eigenen Grenzen gestoßen. Die zunehmende Flut von Dokumenten war nicht mehr abzuarbeiten, strukturelle Schwächen wurden immer deutlicher und zudem wuchs der politische Druck auf die Organisation. Dieses Feedback ist sehr wichtig, um zu verstehen, wo die Schwächen des Projekts liegen und was für die Zukunft verändert werden müsste.

Die effiziente Nutzung der von Whistleblowern zur Verfügung gestellten Materialien muss dabei im Vordergrund stehen. Eine Plattform für Whistleblower ist eine neutrale Instanz und muss sich selbst als reine Dienstleistung begreifen. Dies betrifft vor allem die verlässliche Entgegennahme, Verarbeitung und Auswertung von Dokumenten. Diese Funktion darf sie nicht aus dem Auge verlieren und sie muss sicherstellen, dass sie selbst bei großem Zuspruch die Einsendungen diskriminierungsfrei abarbeitet. Auch funktionale Schnittstellen mit den klassischen Medien werden benötigt. Eine Whistleblowing-Plattform ist Zuarbeiter für Medien. Deren Aufgabe ist die Analyse, Aufbereitung, Kontextualisierung und Präsentation der Informationen gegenüber der Gesellschaft.“ Daniel Domscheit-Berg

Mehr lesen auf http://www.freitag.de/wochenthema/1041-im-prinzip-gut

JW

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