Prof. Ina Schieferdecker vorgestellt


In der Reihe Zuses Enkel, eine Porträtseite vom „Projekt Zukunft“ wird aktuell unsere Mitstreiterin bei D2B1, Frau Prof. Dr. Ina Schieferdecker, vorgestellt. Dr. Wolfgang Both im Gespräch mit der Designerin der City Data Cloud Berlin:

Was war Ihr prägendstes bzw. bedeutendstes Ereignis, das Ihre Leidenschaft und Affinität zur IT entfacht hat?

Ina Schieferdecker: Das war eher ein schleichender Prozess, denn ursprünglich wollte ich Ärztin wie meine Mutter oder Rechtsanwältin werden. Mein Vater war in der IT tätig und brachte sie mir nahe. Wir waren damals beispielsweise begeistert von einem Nachbau eines Commodore-Computers von Forschern der Akademie der Wissenschaften der DDR, den mein Vater mit nach Hause brachte. Darauf liefen schon viele kleine Programme – Spiele natürlich auch – und wir experimentierten mit ersten eigenen Programmen.

Was ist zurzeit Ihr wichtigstes, liebstes Projekt und warum?

Ina Schieferdecker: Meine Kollegen und ich haben uns in den letzten Wochen intensiv mit der City Data Cloud Berlin beschäftigt. Wir haben dazu eine Vorstudie angefertigt, die ich auf der Xinnovations vorstellte. Die Idee ist, eine Infrastruktur für öffentliche Daten nach den Open-Data-Prinzipien zu schaffen, um zum einen anderen Unternehmen die Möglichkeit zu bieten, Dienstleistungen auf Basis dieser Daten anzubieten und es zum anderen Bürgern zu erleichtern, besser informiert zu sein und sich an den Entscheidungsprozessen der Stadt beteiligen zu können.
Ein Beispiel: Ein Unternehmen möchte Allergikern täglich Empfehlungen zusammenstellen, auf welcher Jogging-Strecke heute die geringsten Beschwerden zu erwarten sind. Dafür würden dem Dienstleister Zugriff auf die Geodaten, Informationen über Laufstrecken und aktuelle Umweltdaten nützen. Diese sind prinzipiell vorhanden, liegen jedoch bei unterschiedlichen Behörden und sind oft statisch abgelegt, so dass eine Weiterverarbeitung schwierig, wenn nicht unmöglich ist. Die City Data Cloud soll das ändern und rund um öffentliche Daten zu Umwelt, Stadtentwicklung, Verwaltung, Verkehr, etc. Unternehmen ansiedeln, die den Bürgern Dienstleistungen anbieten. Derzeit bereiten wir einen Piloten vor, der schon im nächsten Jahr ausgewählte Szenarien zeigen soll.
Parallel arbeiten wir an dem Konzeptpapier, das sich mit den technischen, organisatorischen, regulatorischen und rechtlichen Detailfragen einer Berlin City Cloud beschäftigt.

Wie meinen Sie, wird sich die IT in Zukunft entwickeln?

Ina Schieferdecker: Ich denke, wir stecken mitten in einem evolutionären Prozess: IT und TK sind aus dem heutigen Leben nicht mehr wegzudenken und diese Entwicklung wird weiter gehen. Kleinstcomputer werden immer und überall im Einsatz sein – wenn die Frage der Energieversorgung geklärt wird. Denn dies scheint mir das drängendste Problem in diesem Bereich derzeit. Und die Anwendungen und Techniken müssen sich noch besser in das Leben und das Arbeitsumfeld der Menschen integrieren lassen.

FOKUS und City Data Cloud Berlin
Das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS erforscht und entwickelt bedarfsorientiert Lösungen im Bereich Kommunikationstechnologien. Der Forschungsbereich „Modellierung und Testen für System- und Dienst-Lösungen“ beschäftigt sich im Speziellen mit dem systematischen, modellbasierten und werkzeugunterstützten System-Engineering.
Das Projekt City Data Cloud Berlin, eine Initiative des Berliner Senats in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer FOKUS, verfolgt das Ziel, Unternehmen, Organisationen und Bürgern der Stadt einen vertrauenswürdigen Zugriff auf städtische und öffentliche Daten zu bieten, um städtische Prozesse und Abläufe gemeinsam zu gestalten. Wie die Vorstudie des Fokus bekräftigte, stehen zahlreiche Informationen zwar schon zur Verfügung, jedoch sind die Daten bis dato in der Hoheit einzelner und nicht für andere zugänglich. Mit der City Data Cloud soll eine städtische Infrastruktur geschaffen werden, die diese Daten öffentlich bereitstellt.Weitere Informationen und die Vorstudie selbst stehen online zur Verfügung.

<ahttp://www.berlin.de/projektzukunft/standort-berlin/zuses-enkel/detailseite/datum/2010/11/15/prof-dr-ina-schieferdecker/

Head of Competence Center Modeling and Testing, Fraunhofer FOKUS

Profil:
• Studium: Mathematische Informatik an der Humboldt-Universität zu Berlin
• Wichtigstes Projekt derzeit? City Data Cloud Berlin
• Wichtigste Erfindung seit Zuse? Mobilkommunikation und Vernetzung: Sie durchdringen inzwischen die meisten Bereiche des Lebens.
• Berlin ist: DIE Stadt in Deutschland, nicht zuletzt wegen des hervorragenden wissenschaftlichen Arbeitsumfeldes

Kontakt:
Prof. Dr. Ina Schieferdecker
Fraunhofer FOKUS
Kaiserin-Augusta-Allee 31
10589 Berlin
Ina.schieferdecker@fokus.fraunhofer.de
www.fokus.fraunhofer.de/de/motion

Projekt Zukunft ist die bei der Wirtschaftsverwaltung angesiedelte Landesinitiative. sie optimiert die Wachstumsbedingungen für die Branchen, entwickelt Strategien, koordiniert Cluster und initiiert und fördert Projekte. Mit Veranstaltungen und Publikationen regt sie den Dialog mit der Öffentlichkeit an und vermittelt und vernetzt zwischen Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung.
Herzlich willkommen:

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