Social Media Effects 2010: Social Media wird zum Nachrichtenkanal


so eine heute veröffentlichte Studie

Morgen wird’s den Stammtisch D2B1 geben… wir sind gespannt


Liebe Mitstreiterinnen, Kollegen und Freunde,
morgen ist es soweit:
wir treffen uns zum ersten Lokaltermin #D2B1 um 19 Uhr
( D steht hier für Digital, Demokratie 2.0 und der Rest für Berlin, die Erste…)
Ort in Einladung verschickt 🙂

Kleine Tagesordnung
1. Rückblick Gov2O camp,
Moderner Staat etc.
2. Bericht von der Eurocities Tagung in Birmingham
3. Open data – wie weiter mit den Umfragergebnissen ?
4. Frauenhofer Focus- was sind die Studienergebnisse und wie geht es weiter ?
5. was macht der Wettbewerb
6. Beispiel München
7. Ausblick

Neu im Angebot ist zwecks Kommunikation dazu http://twitter.com/D2B1
Wir sehen uns !
Julia Witt

Angekündigt haben sich bislang
1. Anke Domscheit,
2. Antje Matten,
3. Wolfgang Both,
4. Thomas Langkabel
5. Friedrich Lindenberg,
6. Frau Prof. Schieferdecker,
7. Karl-Heinz Löper;
8. Rudolf Frees,
9. Michael Hörz,
10. Annette Denove
und 11. Julia Witt 🙂

Opendataberlin auf Reisen: Wolfgang Both in Birmingham


Chris Price (Birmingham) diskutiert mit Wolfgang Both (Berlin) über Open Data
ksf-birmingham

Hier ein Video vom BarCamp G20 in Berlin


http://www.youtube.com/watch?v=5QDXUbs-DNg&feature=player_embedded#!

Das Einmaleins des Open Government – erklärt in fünf Thesen von Anke Domscheit-Berg


Wie immer war es Anke Domscheit-Berg am 30. September 2010 gelungen, durch ihren fundierten und engagierten Vortrag beim G20camp in Berlin die Mitstreiter für die Thematik einzunehmen. Wer zweifelt, dem stellt sie durchdachte Argumente zur Seite, wer zu oberflächlich euphorisch wird, den kann sie mit ihrer Praxiserfahrung auf den Boden des Machbaren zurück bringen, wer Partizipation zu einer Männerliste machen will, den überzeugt sie mit der eigenen Präsenz.

Der Freitag hat ihren Beitrag abgedruckt und die wichtigen Thesen finden Sie auszugsweise hier:

„Der Begriff „Open Government“ für eine offenere, transparentere Verwaltung hat seinen Einzug in den deutschen Sprachgebrauch genommen. Er findet sich im Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung in NRW ebenso wie im Regierungsprogramm „Transparente und vernetzte Verwaltung“ der Bundesregierung vom August 2010. Aber was genau ist Open Government, wie grenzt es sich ab von Government 2.0, warum ist Open Government eine gute Sache und wie lässt es sich schneller in der Praxis umsetzen? Mit den folgenden fünf Thesen möchte ich Antworten auf diese Fragen geben.

These 1: die geeignete Strategie für Government 2.0 ist Open Government

Government 2.0 ist die Nutzung von internetbasierten Technologien für die Interaktion von BürgerInnen und Staat. Über die Qualität dieser Interaktion ist damit per se noch nichts gesagt, man kann das Internet gut oder schlecht dafür nutzen. Wenn die Anwendung von Web 2.0 Methoden diese Interaktion jedoch erheblich verbessern soll, gibt es nur eine geeignete Strategie für Government 2.0 und das ist Open Government.

Open Government heißt eine Kultur der Transparenz, der Kollaboration und der Partizipation.

Transparenz beschreibt zum einen die Bereitstellung von Daten, die sich in öffentlicher Hand befinden und keinem Geheimnis- oder Datenschutz unterliegen zum Download für jeden. Umgesetzt wurden solche Datenportale bereits in vielen Ländern und Städten. Transparenz bezieht sich jedoch auch auf die Offenheit von politischen Entscheidungsprozessen (z.B. Stadtplanung, Haushaltsverfahren) sowie auf die Folgen von Entscheidungen. So stellt die US Regierung auf www.recovery.gov ihre Konjunkturinvestitionen und deren Wirkungen ausführlich dar.

Kollaboration wiederum bezieht sich auf eine bessere Zusammenarbeit mit Hilfe des Internets innerhalb einer Behörde, behördenübergreifend oder auch Verwaltungsgrenzen überschreitend. Der IT-Stab im Bundesinnenministerium nutzt ein Wiki, das „digitale Stadtgedächtnis“ von Coburg, wird von Historikern, aber auch von BürgerInnen mit lebendigen Erinnerungen gefüllt. Die Stadt Boston sucht auf Facebook und Twitter gemeinsam mit BürgerInnen nach gestohlenen Fahrrädern.

Partizipation ist das demokratischste Element des Government 2.0 und ohne Transparenz nicht denkbar. Gut informierte BürgerInnen können einen wertvollen Beitrag zur politischen Meinungsbildung leisten. Partizipation reicht von der einfachen Meinungsbefragung zu Wünschen und Ideen von BürgerInnen bis hin zu konkreten Online Beteiligungsverfahren, in denen Haushalte aufgestellt, Maßnahmen priorisiert oder Einsparungsvorschläge bewertet werden. Online-Haushalte gibt es inzwischen schon in vielen deutschen Städten. Die Stadt Essen entwickelte mit BürgerInnen online ein Lärmkataster, entwarf mit online gesammelten Ideen einen Lärmschutzmaßnahmeplan und stellte diesen dann zur Bewertung durch BürgerInnen erneut ins Netz.

Mit Open Government und den Prinzipien von Transparenz, Kollaboration und Partizipation kann ganz offensichtlich Government 2.0 sinnvoll eingesetzt werden.

These 2: Open Government verlangt einen Kulturwandel

Open Government ist nicht Technologie, sondern beruht auf neuen Werten, baut auf ein anderes Selbstverständnis von Verwaltung auf. Diese neuen Werte werden keinesfalls von allen begrüßt. Transparenz schafft mehr Überprüfbarkeit bei gleichzeitigem Kontrollverlust. Das macht Angst. Schwarze Schafe werden es in einem durchsichtigeren Staat genauso schwerer haben sich zu verstecken, wie Menschen, die sich beim Betreten von Neuland davor fürchten, Fehler zu machen. In der digitalen Gesellschaft mit ihrem Beta-Charakter muss jedoch auch eine deutsche Verwaltung mit dem Anspruch der Perfektion lernen, fehlertoleranter zu werden. Das Lernen selbst wird sich verändern – mehr Lernen durch Ausprobieren, mehr Lernen von den jungen Kollegen, mehr Lernen von der Zivilgesellschaft.

Die Erwartungen der BürgerInnen zu erfüllen, direkt und in Echtzeit mit „ihrer“ Verwaltung elektronisch kommunizieren zu können, verlangt ebenfalls große kulturelle Veränderungen. Auf einmal kann jeder Beamte zum Sprachrohr der Behörde werden – viele sehen in diesem Umstand weniger eine Chance, als das Risiko. Last but not least müssen Partikularinteressen überwunden werden, was einen Top-Down-Ansatz erfordert – mit anderen Worten, Richtlinienkompetenz muss in die Waagschale geworfen werden, wenn einzelne Behörden z.B. Geodaten gegen Entgelte verkaufen wollen, die Volkswirtschaft als Ganzes jedoch von kostenfrei zugänglichen Daten mehr profitiert.

These 3: Der Staat ist nicht mehr allein – der Staat bin ich (und Du auch)

Eine der gewaltigsten Veränderungen, die Open Government mit sich bringt, ist das Aufbrechen klassischer Wertschöpfungsketten – also wer letztlich Verwaltungsleistungen entwickelt und erbringt. Dies werden zunehmend Dritte – Bürger, Unternehmen, Zivilgesellschaft. „Crowdsourcing“ ist das Zauberwort, man meint damit die Weisheit der Vielen, die Kreativität der Community. Weltweit gibt es „Apps for Democracy“-Wettbewerbe, bei denen Dritte bürgerzentrierte Anwendungen entwickeln, die öffentliche Daten verknüpfen oder visualisieren. Werte im Umfang von Millionen Dollar wurden hier freiwillig und entgeltlos von der Zivilgesellschaft geschaffen. Bürger können komplexe Verwaltungsprozesse beschleunigen – wie die Genehmigung von Patentanträgen. Die US-Patentbehörde konnte ihre Bearbeitungszeit halbieren, seit sie alle Anträge ins Netz stellt und Nutzer in aller Welt Unterstützung leisten. Manche Prozesse – auch wissenschaftliche – werden erst durch Crowdsourcing machbar – die NASA lässt z.B. BürgerInnen online Krater auf dem Mars kartographieren, ein Unterfangen, das anders nicht finanzierbar gewesen wäre.

Aber Bürgerbeteiligung und Transparenz entstehen mitunter auch ungefragt und zuweilen sogar unerwünscht. Da werden Verschlusssachen auf Wikileaks veröffentlicht und mit Widerstand 2.0 gegen Stuttgart 21 mobil gemacht, das Abstimmungsverhalten Abgeordneter auf dem Parlameter des ZDF ist bequem abrufbar, Sicherheitslücken im neuen Personalausweis werden vom Chaos Computer Club gefunden, Parlamentsbefassungen durch eine zunehmende Anzahl erfolgreicher ePetitionen erzwungen. Ob man mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung will, kann ein Staat also nur bedingt entscheiden. Verhindern oder aufhalten lässt sich dieser Prozess im Zeitalter des Internets nicht mehr.

These 4: Ein Zugang für alle ist das Fundament für eine offenere Gesellschaft

Eine offene Gesellschaft ist offen für alle, nicht nur für Menschen in Großstädten oder Menschen, die Anwälte bezahlen können, um ihr Recht auf Informationsfreiheit zu verteidigen. Ein offener Zugang zu „Public Data“ muss daher auf einer Umkehrung der Norm basieren. Die Norm muss die kostenfreie Veröffentlichung von Daten in mehreren maschinenlesbaren Formaten sein. Abweichungen müssen gut begründet werden und sollten streng reguliert sein. Der künftige Staat ist ein gläserner, ist der maschinenlesbare Staat. Das Informationsfreiheitsgesetz ist ein zahnloser Tiger. Durch umfassende Transparenz als Norm kann es jedoch fast überflüssig werden, lohnen sich auch die Widerstände einzelner Behörden dagegen nicht mehr. Korruption und Verschwendung haben kaum eine Chance in einer solchen Welt. In dieser Art Demokratie wird jeder Bürger potenziell ein Mitarbeiter des Rechnungshofs. Das klingt wie eine Drohung, ist jedoch eine große Chance, da wir aufgrund der immensen Verschuldung der öffentlichen Hand auf die Kreativität aller angewiesen sein werden, um Staatsausgaben zu senken, bei gleichzeitiger Verbesserung der Servicequalität.

Ein offener Zugang ist auch nötig zum staatlich finanzierten Wissen – zu Forschungsergebnissen, die mit Steuergeldern finanziert wurden, ebenso wie zu unserem kulturellen Erbe, das über gute Breitbandverbindungen auch in der Uckermark oder in der Prignitz für jeden zugänglich sein muss. Unser Wissen und unsere kulturellen Schätze sind das Pfund, mit dem Deutschland wuchern kann, sind der Nährboden, auf dem im Land der Ideen die Innovationen entstehen können. Kreative Menschen gibt es jedoch nicht nur an den Universitäten. Wir können uns nicht leisten, diese Schätze nicht zu heben oder nur zum Teil. Es müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die jedem einen Zugang zu all diesen Beteiligungsformen ermöglichen. Open Government ohne eine massive Breitbandinitiative ist daher nur eine halbe Sache und würde viele BürgerInnen vom Demokratiegewinn ausschließen. Alles das ist jedoch nur mit einer gemeinsamen und ehrgeizigen Vision machbar. Diese Vision sollte aus dem Kanzleramt kommen und am Bürgernutzen orientiert sein.

These 5: Open Government lohnt sich – auch wirtschaftlich

Die ideellen Vorteile durch Open Government (Erhöhung der Bürgerzufriedenheit, Akzeptanz-, Image- und Legitimationsgewinn) werden kaum angezweifelt. Aber Open Government hat auch eine rein wirtschaftliche Komponente, die häufig vergessen wird.

Dabei sind z.B. offene Daten eine neue Währung, im Sinne einer neuen Subventionsform. Mit der Öffnung staatlicher Datentresore werden Innovationen angeregt und Wirtschaftswachstum gefördert. Das Land Berlin veranstaltet den ersten deutschen Apps-Wettbewerb „Apps 4 Berlin“ – klar beworben als Maßnahme zur Wirtschaftsförderung. Zahlreiche Studien unterstützen diese Korrelation.

Wenn Verschwendung und Korruption verringert werden, spart dies Steuergelder. Wenn BürgerInnen Ideen für Prozessverbesserungen oder sinnvollere Priorisierung von Investitionen einreichen, spart das auch. Die Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit Stuttgart 21 sind teuer, allein die Polizeieinsätze verschlingen Unsummen – gleichzeitig stehen diese Polizisten nicht für andere Aufgaben zur Verfügung. Immense Ressourcen werden gebunden, wenn Konflikte derart eskalieren – obwohl ein intensiver Beteiligungsprozess solche Eskalationen fast immer verhindern kann. Mehr Kollaboration allein innerhalb der Behörden kann den Zugang zu Expertenwissen erhöhen und damit Einarbeitungszeiten verringern, Job-Rotationen erleichtern und so unter anderem die negativen Folgen des demografischen Wandels in Verwaltungen reduzieren. Ein lebendigerer Austausch zwischen Verwaltungen trotz föderalem System kann Doppelarbeit reduzieren und Best Practices bekannter machen. Alles das führt zu direkten Einsparungen für die Öffentliche Hand.

http://www.freitag.de/positionen/1040-das-einmaleins-des-open-government

Facebook und Social Network macht doof ?


Gestern abend den Facebook Film gesehen, sehr amüsant, gut gedreht, spannend, nur die Frauen kommen wie traditionell schlecht weg…
Egal, vor allem focussiert der Film den Blick auf das soziale Netzwerk, immer mehr Menschen werden sich nach dem Film da anmelden, nicht zu vergessen: die Nutzerzahlen der Menschen mittleren Alters ( 40-60) steigen. Was bedeutet ds ? 

Im Gegensatz zur These der Renaissance, die von der zunehmenden Demokratisierung und Aktivierung durch soziale Netzwerke ausgeht, gibt es im nachfolgenden sehr lesenswerten Beitrag von Jan-Felix Schrape die kritische Sicht auf eine Gesellschaft, in der sich alle zwar endlos vor der Kiste der Selbstillusion der Partizipation hingeben, aber schlimmstenfalls zu einer total beschäftigten Truppe werden, die das Sofa nicht mehr verlässt.

Lesen Sie hier :

„Soziale Netzwerke wie Facebook haben eine einschläfernde Wirkung auf uns. Wir netzwerken vor uns hin und sind doch nur Teil einer digitalen Scheingesellschaft.

Facebook gilt als die größte Erfolgsgeschichte unserer Tage: 2004 in Harvard ursprünglich nur für die dortigen Studierenden gegründet, belegt die Plattform derzeit den zweiten Platz im weltweiten Ranking der meistbesuchten Webseiten. Eine Erfolgsgeschichte, die einzig durch die Internetnutzer selbst möglich wurde, denn ohne ihren bahnbrechenden Zuspruch wäre Facebook noch immer ein Nischenangebot.

Facebook befriedigt unser Mitteilungsbedürfnis

Das Portal hat augenscheinlich zentrale kommunikative Bedürfnispunkte getroffen, die sich über alle gesellschaftlichen Milieus erstrecken: Ich kann mir mein eigenes digitales soziales Netz aufbauen, mich darstellen, tratschen, diskutieren und das Leben anderer Leute beobachten. Social Networks lösen so ein Versprechen ein, das mit dem World Wide Web von Anfang an verknüpft war: Sie ermöglichen privaten und öffentlichen Austausch, losgelöst von Raum und Echtzeit. Das Internet ist eine Wunderwelt der kommunikativen Möglichkeiten und Facebook die komplexitätsreduzierte Fassung davon, sozusagen der digitale Dorfplatz im viel zitierten “Global Village”. Im Unterschied zum Web an sich liegt dieser Teil der Netzöffentlichkeit mithin in der Hand eines einzelnen Wirtschaftsunternehmens, das durch personalisierte Werbung Geld verdienen will. Dies gibt Anlass zu vielen Bedenken, die nicht nur den Datenschutz betreffen. Offensichtlich aber wiegen die kommunikativen Vorteile für die Facebook-Nutzer schwerer als die in den Medien regelmäßig diskutierten Nachteile.

Entgegen allen Visionen und Utopien, die seit einigen Jahren die Öffentlichkeit durchkreuzen, führen Social Networks wie Facebook oder Social Media im Allgemeinen allerdings nicht zu einer übergreifenden Demokratisierung des gesellschaftlichen Diskurses oder gar zu einer Substitution der massenmedialen Berichterstattung: Hauptbestandteil der Kommunikation in sozialen Netzwerken bleibt wie bei flüchtigen Gesprächen auf der Straße der Klatsch, der als “sozialer Kitt” (Robin Dunbar) den größten Anteil in der menschlichen Kommunikation ausmacht. Ähnliches gilt für andere Social-Media-Angebote wie etwa Weblogs, die primär dem semiprivaten Austausch dienen und in den meisten Fällen über den eigenen Bekanntenkreis hinaus nicht abgerufen werden. Die verfügbaren empirischen Daten deuten denn auch kaum auf eine neue Ära der politischen oder journalistischen Partizipation im Netz hin.

Der kommunikative Müll nimmt zu

Social Media erhöht das kommunikative Rauschen im Netz, die meisten nutzergenerierten Inhalte scheinen für die gesellschaftliche Wirklichkeitsbeschreibung aber gleichsam irrelevant zu sein. Das allein ist noch nicht gefährlich. Angesichts der stetig steigenden Nutzungszeiten von Angeboten wie Facebook bei gleichbleibenden kognitiven Ressourcen der User stellt sich allerdings die Frage, ob durch Social Networks tiefgründigere Kommunikation oder politisches wie kulturelles Engagement nicht sogar verhindert wird. Auf Facebook lassen sich bequem Stunden mit Small Talk, Selbstbeschreibung und der Beobachtung anderer Profile verbringen, ohne sich in komplexere Themenbereiche einarbeiten oder in die Offline-Öffentlichkeit treten zu müssen. Und im Gegensatz zur Rezeption massenmedialer Angebote entsteht bei den Nutzern solcher Plattformen noch nicht einmal ein Gefühl der Passivität, denn sie sind ja aktiver Teil dieses kastrierten digitalen Abziehbilds gesellschaftlichen Lebens. “

Der lesenswerte Text steht unter
www.theeuropean.de/debatte/767-social-media

Ersetzt das Internet die Revolution


oder so ähnlich kann man Fragen formulieren, die schon beim Aussprechen mit Nein zu beantworten sind. Ersetzt das Internet überhaupt irgendwas ? Engagement ? Persönlichen Einsatz ? Sich kennen, mögen, miteinander etwas planen, tun, durchsetzen ? Nein, nichts davon ersetzt ein Medium, was zu all den Prozessen nur eben extrem hilfreich ist. Es informiert die Aktive schneller, prangert mit Fotos aus entfernten Ecken oder vom Überfall in der eigenen Strasse an, schafft Gleichmeinende, deren Votum die eigene Position unterstützt. Und es bindet jene als Mitlesende ein, die selbst gar nicht aktiv sich beteiligen an Meinungsbildungsprozessen, wahrscheinlich sind das sogar die meisten. Das spricht ebenso wenig gegen den aufklärerischen Ansatz wie die Tatsache, dass die Stimmem im Netz häufig auch ein Replizieren von seltsamen Positionen ist. Alles genau so wie in der Eckkneipe, genau so real und nur hat der Tisch keine 6 Stühle, sondern unendlich viele…JW

der beste Text vom Tage dazu
http://www.sueddeutsche.de/digital/internet-aktivismus-streit-um-die-twitter-revolution-1.1008174-2

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